Digitalisierung ist Globalisierung für die kleinen Leute

Globalisierung und Digitalisierung verändern die Welt.

Wenn wir wollen, ist die ganze Welt unser Kunde. Allerdings ist auch die ganze Welt unser Konkurrent.

Das Kräfteverhältnis der Produktionsfaktoren hat sich verschoben.

  1. Kapital
  2. Boden
  3. Arbeit

So hatte sich ihre Hierarchie in den letzten 2 Jahrhunderten dargestellt. Um etwas zu erschaffen, brauchte man in erster Linie Kapital. Viel Kapital, um Fabriken zu bauen mit Produktionsmaschinen und Bürogebäude mit Verwaltungsmaschinen (fest angestelltes Verwaltungspersonal).

Es wurde Boden benötigt, weil ja alle an einem Standort zusammenkommen mussten.

Und die Arbeit? Manuelle, einfache Arbeit wurde zuletzt immer weniger gebraucht und damit immer billiger.

Das hatte zur Folge, dass der Arbeiter immer dringender auf den Kapitalisten angewiesen war, während der Kapitalist immer weniger Arbeiter brauchte.

Ein Arbeiter braucht schließlich eine Fabrik oder?

Nicht mehr.

Heute können ein Laptop, ein Smartphone und etwas Software die ganze Fabrik ersetzen.

Jeder mit 2.000€ Kapital und der Bereitschaft, emotionale Arbeit zu leisten, kann Unternehmer werden und Konzernen Konkurrenz machen.

Lohnproduzenten findet man günstig in Fernost, aber auch hier. Fachkräfte können wir projektbezogen auf Plattformen wie Fivver oder Upwork anheuern, ohne dass wir örtlich zusammen sitzen müssen. Komplexe Prozesse nehmen uns SaaS-Anwendungen ab (Software as a Service). Das Lager und die Distribution übernehmen Fullfillment-Dienste (Amazon, DHL etc.).

Was du jedoch benötigst, ist der Wille, etwas Besonderes für deinen Kunden zu leisten. Das ist emotionale Arbeit – man könnte auch sagen Kunst. Und das geht nicht mit Maschinen – dafür ist Menschlichkeit notwendig.

Was bedeuten Globalisierung und Digitalisierung für regionale Unternehmen?

Globalisierung und Digitalisierung ergänzt um regionale Beziehungen
„Menschen wie wir“; Bild von Pexels auf Pixabay
  1. Die Digitalisierung bietet uns unglaubliche Chancen. Wir können unsere Zielgruppe blitzschnell erreichen und beliefern. Wir können Kosten- und Wissensvorteile ausschöpfen, die bisher nur internationalen Konzernen zugänglich waren.
  2. Wir können uns nicht mehr verstecken. Jeder ist transparent, ob er will oder nicht.
  3. Die Zeit von mehr, mehr, mehr ist vorbei. Durchschnittliche Massenprodukte für die durchschnittliche Masse funktionieren nicht mehr. Diese Zielgruppe reagiert nur noch auf den Preis. Du kannst nicht billiger sein als Aldi und du kannst nicht schneller liefern als Amazon.
  4. Nach wie vor gilt: „Menschen wie wir, tun Dinge wie diese“ (Seth Godin; Siehe: dieser Artikel). „Menschen wie wir“, das ist unser „Stamm“ (oder Community). Eine Gruppe mit gleichen Werten, gleichen Erwartungen, gleicher Kultur. Und wer sich dort zugehörig fühlt, der tut ganz automatisch das, was dort alle tun – Dinge wie diese.

Deshalb sei anders, sei besser!

Was heißt besser?

Besser ist relativ. Es heißt nicht besser für alle – aus allen würde man ja wieder den Durchschnitt bilden. Es heißt besser für einige – für „Menschen wie uns“.

Besser bedeutet – bessere, weil emotionalere, persönlichere Geschichten.

Es bedeutet eine bessere, weil individuell passende Kultur. Verbundenheit, Vertrauen, Menschlichkeit.

Regionale Unternehmen kennen die Kultur ihrer Kunden und Mitarbeiter – im Vergleich zu Konzernen oder Online-Plattformen – besser.

Aber ist der Preis nicht wichtiger?

Ich glaube nicht. Jedenfalls nicht für deine Zielgruppe – Menschen wie du. Vertrauen hat man nur zu jemandem aus dem eigenen Stamm, aus dem eigenen kulturellen Umfeld, zu jemandem, der die eigene Sprache spricht.

Und hier haben wir es als regionale Unternehmer viel einfacher. Wir sind räumlich verbunden und wir kennen uns oft persönlich. Ein gesichtsloser Konzern kann das nicht übertreffen.

Aber „Menschen wie wir“ (alle – egal wo) sind heute online. Wenn du das nicht bist, gehörst du nicht dazu.

Deshalb verbinde deine regionalen Vorteile mit den Chancen von Globalisierung und Digitalisierung!

Sei online präsent, kommuniziere online, berate, informiere und verbinde deine Kunden online genauso, wie du es in der analogen Welt machst.

Das geht mit Online Marketing.

Zu diesem Artikel hat mich das Buch „Linchpin“ von Seth Godin inspiriert. 

Titelbild: TheDigitalArtist auf pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen