Wann wird „Qualität“ gefährlich

Stehst du für Qualität?

Was ist das eigentlich?

Allgemein verstehen wir unter Qualität eine bestimmte Güte unserer Leistung.

„Qualitätsbetrieb seit 19…“ ist daher ein gern genutztes Versprechen.

Oder: „Wenn wir etwas machen, dann richtig.“.

Lockt das irgendjemanden hinter’m Ofen hervor? 

Hat dein Kunde etwas davon, dass du es nicht machst, nur weil es nicht perfekt ist?

Genau hier lauert die Gefahr.

In diesem Artikel werde ich dir zeigen, welche Marketingfehler du in Sachen Qualität vermeiden solltest und worauf es wirklich ankommt.

Ruhe dich nicht auf Standards aus

Was bedeutet Qualitätsarbeit für dich?

Viele verlassen sich hier auf Normen, Zertifikate und Titel.

Qualität = ISO-Zertifikat, Meisterbrief, Doktortitel.

Verlasse dich nicht auf deine Titel; Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Aber leider reicht das heute nicht mehr. Wenn das in deiner Branche Standard ist, hat es jeder. Und im Internet ist „Jeder“ nur einen Klick entfernt.

Wenn du nicht mehr hast als diesen Standard, musst du entweder der Einzige sein, der diese Leistung anbietet, oder so herausragend gut, dass du auch objektiv absolute Spitze bist. Ansonsten gewinnt der Günstigste.

Die Alternative: Sei anders.

Biete nicht durchschnittliche Leistungen für durchschnittliche Kunden.

Sei die/der Beste in deiner Nische. Biete besondere Leistungen für besondere Kunden.

Das kann eine besondere Art der Leistungserstellung sein (sehr schnell, ortsunabhängig, besonderer Stil…). Es kann auch ein Spezialgebiet deines Handwerks sein.

Beispiel:

Oliver Dundiew ist Zimmerer und hat sich auf die Reparatur von Dachfenstern spezialisiert. Mittlerweile macht er nichts anderes mehr. Er ist anders und darin der Beste.

Auch ein besonderes Marketing macht dich anders. Kommunizierst du aktiv und ideenreich mit deiner Zielgruppe? Lieferst du wertvolle Inhalte oder organisierst sogar eine Gemeinschaft?

Qualitätsstandards sind nur die Basis, kein Alleinstellungsmerkmal.

Dein Anspruch darf keine Ausrede sein

Qualität ist gut und wichtig. Wie schon geschrieben: Standard.

Und du solltest versuchen, die/der Beste zu sein.

Aber gilt das auch für persönliche Selbstverständlichkeiten?

Beispiel:

Heiko ist Fotograf und empfängt seine Kunden in seinem Atelier. Ist es wichtig für ihn, den besten Kaffee der Stadt anzubieten?

Ich sage nein.

Es ist wichtig (gehört auch zum Marketing), dass er überhaupt einen anbietet – das ist einfach nett und wertschätzend.

Die Fotos auf seiner Webseite allerdings sollten herausragend sein.

Julia betreibt ein Kaffeehaus direkt in der Fußgängerzone. Sie sollte wirklich den besten Kaffee der Stadt haben. Auf ihrer Webseite sollten gute Fotos sein, die müssen aber keinen künstlerischen Anspruch haben.

Ist doch logisch, sagst du?

Das mit dem Kaffee ist den meisten sofort klar. Wenn Heiko den anbietet, ist das persönlich und nicht professionell. Auch wenn es natürlich dazu gehört.

Aber was, wenn es technisch wird (z. B. Fotos, Videos, Suchmaschinenoptimierung)? 

Gehört das heute nicht auch dazu? Und können wir es wirklich nicht oder fürchten wir nur, kritisiert zu werden, weil wir hier mal nicht perfekt sind.

Konkret: Viele haben lieber gar keine Webseite, keine Fotos, kein Video als unperfekt (aber persönlich) zu sein und dazu zu stehen.

Angst vor Kritik ist meist unbegründet; Bild von Adi Goldstein auf Unsplash

Da ist die Gefahr. Alles an deinem Marketing ist persönlich. Die Fotos genauso wie der Kaffee.

Top-Qualität erwartet dein Kunde aber nur in deinem Spezialgebiet.

Die Kunden kommen zu Julia wegen dem Gefühl, was ihnen der Kaffee, das Ambiente und die Gastgeberin selbst vermitteln – nicht wegen der Fotoqualität auf ihrer Webseite. Dort ist nur wichtig zu vermitteln, was die Kunden hier finden und wofür sie als Gastgeberin steht.

Zu Heiko kommen die Kunden wegen dem Gefühl, das ihnen seine Fotokunst schenkt. Das zu demonstrieren ist auch auf seiner Webseite wichtig. Zwar wollen sie in seinem Atelier auch zuvorkommend behandelt werden, erwarten aber keine Sterne-Gastronomie.

Im Online Marketing wird der Anspruch nach bester Qualität oft als Ausrede verwendet, gar nichts zu machen.

Lass dich nicht von technischen Nebensachen abschrecken. Sei herausragend in deiner Kernkompetenz und setze im Marketing auf Persönlichkeit.

Fazit

Qualität gilt heute als Standard.

Standard ist langweilig und Mittelmaß.

Deshalb solltest du das Besondere an deiner Leistung hervorheben. Das schaffst du mit Marketing.

Dieses Marketing sollte persönlich sein und das geht am besten ohne viel Technik.

Sei wertschätzend, großzügig und offen für deine Zielgruppe. Vielleicht erreichst du damit nicht alle. Aber eine kleine Gruppe treuer Fans ist besser für dich als eine Masse preisgetriebener Durchschnittskonsumenten. 

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